Finanzen

Die Heimkosten sind von den Bewohnern zu tragen.

Wenn ein Pflegebedarf mindestens der Pflegestufe I besteht, so muss die Pflegeversicherung leisten. Wenn nach Abzug der Pflegeversicherungsleistungen das Einkommen für das Heimentgelt nicht ausreicht, so müssen Unterhaltsverpflichtete leisten, so weit sie dies können. Erst dann kann der Träger der Sozialhilfe („Sozialamt“) den Rest des Heimentgeltes auf Antrag übernehmen.

Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung bezahlt einen Teil der notwendigen Sachleistungen, das heißt Pflegesachleistungen.
Die Höhe der Leistung richtet sich nach den festgelegten Pflege-stufen. Sie ist in allen ambulanten Diensten gleich und in stationären Einrichtungen gleich.
Die Geldleistungen sind bei ambulanter Pflege je nach Pflegestufe unterschiedlich.
Bei dementiellen Erkrankungen sind weitere Geldleistungen und Angebote vorgesehen.
Im häuslichen Bereich gibt es eine Vielzahl von möglichen Kombinationen von Geld – und Sachleistungen.

Träger der Sozialhilfe
Die Sozialhilfe springt immer dann ein, wenn das eigene Einkommen und das vorhandene Vermögen zusammen mit den Leistungen der Pflegeversicherung  nicht ausreicht die notwendige Pflege zu bezahlen.
Die Träger der Sozialhilfe sehen sich gesetzlich verpflichtet „nachrangig“ zu leisten, das heißt erst dann, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Daher werden alle sonstigen Unterhaltsansprüche geprüft.
Der vereinzelt auftretende Versuch von Trägern der Sozialhilfe bestimmte („billige“) Heime zu bevorzugen und andere („teure“) zu benachteiligen ist nicht gesetzeskonform.

Familie
„Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines eigenen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren.“ (§1603 I, Satz 1 BGB)
Zwar müssen pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige die Pflege mit finanzieren, jedoch dürfen sie nicht „verarmen“.
Die „pflegenden“ Familien bringen Pflegeleistungen auf, die die Gesellschaft wahrscheinlich nicht bezahlen könnte. Dies wird, ähnlich den Leistungen in der Kindererziehung, ein ungelöstes gesellschaftliches Problem bleiben.