Bedürfnisse

Im Mittelpunkt der Pflege steht der gepflegte Mensch. Was eigentlich richtig ist: dieser wird in mit seinen Bedürfnissen, seinem Leiden, seinem Schmerz wahrgenommen.

Die Pflegeperson kommt nicht vor. Rückenschmerzen müssen ertragen werden – vielleicht gibt es dann noch Belehrungen über das richtige Heben und Tragen. Die gesundheitlichen Probleme der Pflegenden, die psychischen Belastungen werden nicht wahrgenommen.

Das „Opfer“ an Freizeit, an Entspannung und der Verzicht auf das Verfolgen eigener Lebensziele wird unausgesprochen eingefordert. Die Balance zwischen Arbeit und Entspannung wird den professionell Pflegenden zugebilligt, den Familienangehörigen eher nicht.

Auch wird im engen familiären Verhältnis die erwartete Dankbarkeit vorenthalten – dies besonders dann, wenn die Pflege lange dauert. Denn es ist schwer vorstellbar, dass zwei Menschen auf der Basis von einseitiger Dankbarkeit verharren könnten.

Häufige Folge ist, dass körperliche und psychische Krankheitssymptome verborgen und unterdrückt werden, bis am Ende die körperliche Erschöpfung, oft auch der Zusammenbruch steht.

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