Hilfe in Eile

Auch wenn es im Nachhinein scheinbar abzusehen war: Pflegebedarf entsteht fast immer überraschend.
Der normale Alltag – jeder sorgt für sich alleine – ist nicht dann mehr möglich. Vielleicht drängt die Klinik schon mit einem Entlassungstermin oder die bisherige Versorgung ist zusammengebrochen.
Nun muss offenbar schnell gehandelt werden. Achtung: grundlegende Entscheidungen werden in der Eile manchmal übereilt getroffen. Eventuell wird die falsche Versorgung gewählt, nur weil nicht genügend Information vorhanden ist.
Ein Notfallplan ist in diesem Fall hilfreich. Als Vorschlag finden Sie unten eine Übersicht über die notwendigen Maßnahmen.
Trotz allen Drängens und der bestehenden Dringlichkeit sollten niemals vorschnelle Entscheidungen gefällt werden!
Wie kann man Zeit gewinnen?
1. Kurzzeitpflege kann in fast jeder vollstationären Einrichtung (Pflegeheim) gebucht werden. Ein Aufenthalt von vierzehn Tagen bis drei Wochen gibt dann Zeit zum Nachdenken und zur Organisation der weiteren Versorgung.
2. Viele Heime bieten Probewohnen an – fragen Sie nach.
3. Ein Gespräch mit dem Sozialdienst des Krankenhauses kann helfen. Oft kann der eine oder andere Tag Aufenthalt in der Klinik doch noch ermöglicht werden.
4. Prüfen Sie die Möglichkeit einer geriatrischen Rehabilitation – diese kann auch privat bezahlt werden.
5. Unter Umständen können Pflegetage im Krankenhaus „gekauft“ werden. Privatpatienten, besonders als Selbstzahler können länger liegen – denn es gibt in diesem Fall keine Krankenkasse, die auf die Entlassung drängt.
6. Lassen Sie sich allgemein nicht von Institutionen (Kliniken) aus deren wirtschaftlichen Gründen drängen. Durch die in den Kliniken gültigen Fallpauschalen (DRG) haben diese wirtschaftliche Vorteile, wenn Patienten kürzer im Krankenhaus verweilen.