Irrtümer

Ambulant vor stationär bedeutet, dass ambulant immer geeigneter ist
Billiger für die Träger der Sozialhilfe ist eine ambulante Lösung in den meisten Fällen. Da die Pflege im ambulanten Bereich hinter verschlossenen Türen geschieht, scheint alles in Ordnung zu sein. Häufig aber spielen sich in privaten Wohnungen Tragödien ab, es kommt auch zuweilen zu Vernachlässigung und großen Beziehungsproblemen. In einem Pflegeheim besteht immer eine, wenn auch eingeschränkte Öffentlichkeit, so dass Mißstände relativ schnell abgestellt werden können.
 
Menschen, die sehr krank sind haben eine hohe Pflegestufe
Die Pflegestufe und die Schwere der Erkrankung hängen nicht direkt zusamnmen. Auch Menschen, die ein sehr schweres Schicksal haben, unter großen Schmerzen leiden und deren Krankheit zum Tode führen wird, haben icht unbedingt einen hohen Pflegebedarf. Es kann sogar sein, dass sie gar keine Pflegestufe bekommen, obwohl sie etwa eine fortgeschrittene unheilbare Krebserkrankung haben.
 
Menschen mit Pflegebedarf müssen immer rund um die Uhr versorgt werden
In Heimen, aber auch ambulant werden den gepflegten Menschen häufig auch Handgriffe abgenommen und in Bereiche eingegriffen, die diese noch selbst ausführen und regeln können. Das entwertet Menschen und macht sie hilfloser, als sie durch ihre Einschränkungen sind. Die zweitbeste Lösung eines Problems, wenn sie selbst gemacht ist, ist immer noch besser als die beste Lösung von anderen. 
 
Alte Menschen sollten so lange wie möglich zu Hause bleiben
Wenn gesichert ist, dass der betroffene Mensch bis zu seinem Tod in seiner gewohnten Umgebung gut versorgt werden kann, dann ist dies richtig. Wenn aber, was schnell geschehen kann, die Betreuung zu hause wirklich nicht mehr geht, so muss der Gepflegte in großer Not schnell und unvorbereitet in ein Heim umziehen. Dort wird es, auch weil der Allgemeinzustand eher schlecht ist, schwierig sich einzugewöhnen. Deshalb kann eine rechtzeitige Versorgung in einem Heim die bessere Wahl sein.
 
Verwandte müssen für pflegebedürftige Angehörige bezahlen
Die Unterhaltsverpflichtung, zu der auch die Hilfe bei Pflegebedarf gehört, verwirklicht sich in gerader Linie: Eltern, Kinder, Großeltern und Kinder. Weiter sind selbstverständlich die Ehegatten gegenseitig unterhaltspflichtig. Das Unterhaltsrecht ist zwar sehr kompliziert, aber das einzusetzende Einkommen läßt sich etwa so begrenzen: Es gelten ungefähr folgende Freibeträge: Ein Alleinlebender kann rund 1.400 Euro behalten, Verheiratete 2.450 Euro. Diese Beträge können sich noch erhöhen, wenn Kinder zu versorgen sind. Außerdem müssen die Aufwendungen für die eigene Krankenversicherung, Darlehen, eigene Alterssicherung oder berufsbedingte Fahrtkosten und Ähnliches abgezogen werden.
 
Ein Pflegeheim ist teurer als ambulante Pflege
Die Kosten für Miete, Heizung, Strom, Wasser, Versicherungen und Ernährung sind im Pflegesatz eines Pflegeheimes eingschlossen. Auch die Leibwäsche, Oberbekleidung und Flachwäsche sind im Pflegesatz enthalten, wie etwa auch Seife und Zahnpasta. Wenn dies alles dazu gerechnet wird, ist eine Versorgung zu Hause mit zwei bis drei Besuchen eines Pflegedienstes pro Tag fast immer teurer.

Im Alter werden wir alle dement
Im Alter wird zwar die Wahrscheinlichkeit höher, eine Krankheit zu bekommen, die zu den Auswirkungen von Demenz führt. Aber selbst bei hundertjährigen Menschen ist eine Erkrankung mit den Folgen einer demenziellen Einschränkung bei einer Wahrscheinlichkeit von etwa 30 %. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Hundertjährigen geistig recht fit sind. Die Wahrscheinlichkeit für heute lebende Menschen, an Demenz zu erkranken, ist sogar in den letzten zehen Jahren um 25 % zuück gegangen.

Wer Kinder versorgen kann, kann auch alte Menschen pflegen
Wenngleich Kinder relativ große Ansprüche an die Nerven ihrer Eltern stellen können, so bleibt doch immer das anrührende und ansprechende Moment des Charmes der Kindheit. Anders ist dies bei alten Menschen, die eventuell einige Körperfunktionen nicht mehr beherrschen. Es fällt oft extrem schwer, einen erwachsenen Menschen im pflegebedürftigen zu erkennen und entsprechend würdevoll auch mit demeziell erkrankten Menschen umzugehen. Auch professionell Pflegende müssen dies lernen und üben.

Gedächtnistraining hilft gegen Morbus Alzheimer
Leider lassen sich die meisten dementiellen Erkrankungen nicht durch Kreuzworträtsel und „Memory“- Spiele aufhalten. Wohl aber können normale Alterungsprozesse durch Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, sich Kümmern um andere und geistige Tätigkeiten deutlich verlangsamt und gebessert werden. Ein nicht erkranktes, sondern normal alterndes Gehirn ist trainierbar und sollte auch trainiert werden. Vor allem körperliche Bewegung – so gut es geht – hilft auch dem Geist.

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